Ablauf und Aufbau einer MPU

Die MPU ist eine medizinisch psychologische Untersuchung mit deren Hilfe die Fahrtauglichkeit aktiver Verkehrsteilnehmer feststellen zu können. Normalerweise besitzt jeder, der einen gültigen Führerschein gemacht hat eine ausreichende Fahrtauglichkeit. Sie wird immer nur dann angezweifelt, wenn der Verkehrsteilnehmer durch grobe Verstöße gegen die geltende StVo auffällig wird. Beispiele für grobe Verstöße sind unter anderem permanente Geschwindigkeitsüberschreitungen, Fahren unter Drogeneinfluss, Trunkenheitsfahrten oder mehr als 18 Punkte in Flensburg. Diese Vergehen sind Anlass für die Führerscheinstelle, die Fahreignung anzuzweifeln und eine MPU anzuordnen um eventuelle Zweifel aus dem Weg zu räumen.

Die MPU wird in 2 verschiedene Untersuchungen eingeteilt. Bei der medizinischen Untersuchung wird auf den körperlichen Zustand eingegangen. Sie ist vergleichbar mit einer „normalen“ ärztlichen Untersuchung, nur eben etwas intensiver. Zusätzlich zur Untersuchung werden auch Laborwerte hinzugezogen. Es werden Leberwerte untersucht und eine Haaranalyse vorgenommen um eventuellen Drogenkonsum und erhöhten Alkoholkonsum ausschliessen zu können.

Neben dem körperlichen Zustand wird auch mit dem MPU Reaktionstest, Auffassungsgabe und Reaktionsvermögen an einem Computer überprüft. Der Reaktionstest ist eine Computersimulation bei der man unterschiedliche Tasten in unterschiedlichen Situationen drücken muss.

Ist diese Untersuchung erfolgreich bestanden worden, folgt die gefürchtete psychologische Untersuchung. Die Untersuchung ist vielmehr ein Explorationsgespräch mit einem Verkehrspsychologen. Während des Gesprächs muss dem Verkehrspsychologen glaubhaft vermittelt werden, dass das Vergehen, das zur MPU führte ein einmaliges Versehen war und zukünftig nie wieder vorkommen wird. Bestandteile des Gesprächs sind in erster Linie das soziale Umfeld und die soziale Lebenssituation. Ist auch das Gespräch positiv verlaufen, ist die MPU bestanden und es kann ein neuer Führerschein beantragt werden. Sollte aber nur eine der beiden Untersuchungen negativ ausgefallen sein, muss die MPU ein 2. Mal absolviert werden.